Rund um den Flughafen Hahn wurden Belastungen mit Chemikalien gemessen. (Archivbild)
Thomas Frey/dpa
Rund um den Flughafen Hahn wurden Belastungen mit Chemikalien gemessen. (Archivbild)
Bleibt belastend

«Es muss mehr passieren» gegen Chemikalien am Flughafen Hahn

Die PFAS-Belastung rund um den Flughafen Hahn ist seit Jahren bekannt, doch konkrete Verbesserungen sieht Kirchbergs Bürgermeister nicht. Wie ist der Stand?

Die Verbandsgemeinde Kirchberg fordert einen stärkeren Einsatz gegen die Belastung des Areals um den Flughafen Frankfurt-Hahn mit PFAS-Chemikalien. «Es muss mehr passieren», sagte Bürgermeister Peter Müller. «Man hat das Gefühl, dass diese wichtige Thematik eher niederschwellig behandelt wird.»

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper nicht oder kaum ab und werden deshalb auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind.

Chemikalien aus Löschschaum

Die langlebigen Chemikalien wurden unter anderem in Löschschaum eingesetzt und können sich in der Umwelt anreichern. Die Belastungen rund um Flughäfen werden mit dem Einsatz solcher Schaumlöschmittel während der Stationierung amerikanischer Streitkräfte in Verbindung gebracht.

«Gerade die Belastung rund um Hahn ist seit Jahren gegeben - uns sind momentane konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation nicht bekannt», sagte Müller. Betroffen seien neben der Ortsgemeinde Lautzenhausen auch die Ortsgemeinden Bärenbach und Hahn. Die Verbandsgemeinde sehe den Bund, das Land Rheinland-Pfalz und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in der Pflicht. Die Kommunen könnten die Aufgabe nicht selbst stemmen. 

«Letztlich geht es um die Gesundheit», betonte Müller. «Da würden wir uns mehr Anstrengung und Maßnahmen wünschen.»

Hohe Werte in Gewässern und Fischen

Wie die SGD Nord mitteilte, wurden die Gewässer rund um den Flughafen Frankfurt-Hahn zwischen 2012 und 2019 auf PFAS untersucht. Für den Brühlbach gab es demnach von August 2020 bis Juli 2021 ein ergänzendes Monitoring. Im Jahr 2023 wurden zudem alle Gewässer, in denen Fische leben oder leben könnten, im Umfeld des Flughafens Frankfurt-Hahn untersucht.

In den Gewässern westlich des Flugplatzes seien nur vergleichsweise geringe Konzentrationen gefunden wurden, hieß es von der Behörde. Der Brühlbach bei Hahn habe sich dagegen als sehr stark belastet erwiesen. Auch die Gewässer auf der Ostseite des Flughafengeländes zeigten teilweise hohe Konzentrationen. 

Zudem wurden in Fischen aus dem Großbach, dem Grundbach und dem Hitzelbach erhöhte PFAS-Belastungen nachgewiesen. Die höchsten Konzentrationen in Fischen fanden sich im Hitzelbach nordöstlich des Flughafens. 

Untersuchungen verzögert

Die SGD Nord hatte 2018 angeordnet, dass die damalige Flughafen Hahn GmbH eine Art und Ausmaß der PFAS-Bodenverunreinigungen auf dem Flughafengelände im Detail untersucht. Ergänzende Anordnungen folgten 2019. Die Umsetzung verzögerte sich nach Angaben der Behörde wegen der Insolvenz des damaligen Flughafenbetreibers. 

Nach dem Verkauf des Flughafens an die TRIWO AG im April 2023 wurde die neue Betreiberin 2024 darauf hingewiesen, dass die Verpflichtung zu den Untersuchungen weiterhin besteht. Diese laufen nach Angaben der SGD Nord derzeit.

Über konkrete Sanierungsmaßnahmen könne erst nach Abschluss dieser und gegebenenfalls weiterer Untersuchungen entschieden werden, teilte die Behörde mit. Als grundsätzlich geeignete Möglichkeit komme infrage, den Hauptbelastungsbereich am Feuerlöschübungsbecken einzukapseln. Zudem könnten PFAS-haltige Grund- und Oberflächenwässer dauerhaft aufgefangen und gereinigt werden. Einen konkreten Zeitplan für eine Sanierung gebe es bislang nicht.

In den Trinkwasseranalysen der Verbandsgemeindewerke Kirchberg sind nach Angaben der Verwaltung bislang keine PFAS-Belastungen festgestellt worden. Seit 2026 sind die Wasserversorger verpflichtet, das Trinkwasser auf PFAS zu untersuchen, wie Müller mitteilte. Die Brunnen und Quellen lägen weit vom Flughafen entfernt. Eine Anfrage an den Flughafen Hahn zu den laufenden Untersuchungen und möglichen Maßnahmen blieb zunächst unbeantwortet.

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