Kurz nach Mitternacht hat die IG Metall mit ihren Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie begonnen (Symbolbild).
Sina Schuldt/dpa
Kurz nach Mitternacht hat die IG Metall mit ihren Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie begonnen (Symbolbild).
Metall- und Elektroindustrie

Warnstreiks der IG Metall mit tausenden Teilnehmern

Bei der ersten Warnstreikwelle in der Metall- und Elektroindustrie ist der IG-Metall-Bezirk Mitte vorne dabei. Die Gewerkschaft will den Druck in den Tarifverhandlungen erhöhen.

An den Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben sich im Bezirk Mitte bereits mehr als 5.100 Menschen beteiligt. Am Montag hatte es dazu bis zum Nachmittag Arbeitsniederlegungen in 25 Betrieben gegeben, wie die IG Metall berichtet. Die Warnstreiks sollen an diesem Dienstag noch intensiver in 67 Betrieben fortgeführt werden. Zum Bezirk gehören Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. 

Eine der bundesweit größten Veranstaltungen war am Montag der Sternmarsch in Koblenz mit rund 800 Beteiligten, die aus sieben Betrieben zusammengekommen waren. Erste Proteste hatte es bereits in der Nacht zum Sonntag bei Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach sowie bei der Widia GmbH in Jena-Saalfeld gegeben. 

Warnstreiks gab es auch am Opel-Standort Kaiserslautern und im Frankfurter Umland bei Betrieben wie Vitesco, Procter&Gamble oder Rolls Royce. In Kassel legen Beschäftigte der Daimler Truck AG und der Paul Beier GmbH befristet die Arbeit nieder.

Gewerkschaft will 5 Prozent und sichere Jobs 

Die IG Metall will in den Tarifverhandlungen für rund 3,7 Millionen Beschäftigte den Druck erhöhen. Betroffen von den zeitlich befristeten Ausständen sind wichtige Industriezweige wie Auto, Maschinenbau, Elektro und Metallerzeugung. 

Die Gewerkschaft hat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten gefordert. Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das im kommenden Jahr eine Einmalzahlung und 2028 eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 vorsah. Begründet wurde die Offerte unterhalb der Inflation mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland. 

Das «Minus-Angebot» verschärfe den Tarifkonflikt, kritisiert Bezirkschef und Verhandlungsführer Jörg Köhlinger. «Was die Arbeitgeber auf den Tisch gelegt haben, sichert nicht einmal die Kaufkraft. Die Beschäftigten verlieren Geld, sollten sich die Arbeitgeber durchsetzen. Das werden wir verhindern.»

© dpa-infocom, dpa:261102-930-929077/3
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