Ein 20-jähriger Tatverdächtiger wurde in Untersuchungshaft genommen. (Symbolbild)
Thomas Frey/dpa
Ein 20-jähriger Tatverdächtiger wurde in Untersuchungshaft genommen. (Symbolbild)
Kriminalität

Sexualdelikt an Koblenzer Schule – Ermittlungen zu Mittäter

Nach dem mutmaßlichen Übergriff an einer Koblenzer Schule sucht die Staatsanwaltschaft nach einem möglichen Mittäter. Was die Ermittlungen bisher ergeben haben – und wie junge Menschen reagieren.

Nach einem mutmaßlichen Sexualdelikt an einer Schule in Koblenz ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines möglichen Mittäters. Die Ermittlungen dauern an, wie die Behörde auf Nachfrage mitteilte. Bereits vergangene Woche wurde ein 20-Jähriger einem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Er stehe im Verdacht, an einer Elfjährigen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Vorfall soll sich den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge am 28. April auf dem Gelände einer Schule in Koblenz ereignet haben. Einige Tage danach wurde die Tat angezeigt. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte würden keine weiteren Angaben zum Opfer sowie zu dem Beschuldigten gemacht, hieß es von der Behörde. 

Weitere Anzeige gegen Verdächtigen

Der 20-Jährige befinde sich weiterhin in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Gegen ihn liege eine weitere Strafanzeige wegen eines mutmaßlichen Sexualdelikts vor. Er wurde in der Vergangenheit bereits zu einer Geldstrafe verurteilt, da er eine Schreckschusspistole ohne waffenrechtliche Erlaubnis mit sich trug. Aktuell gebe es keine Hinweise, dass der Mann mit dem Mädchen verwandt sei. Alles Weitere sei Gegenstand der Ermittlungen. 

Bereits mit Bekanntwerden des Falls hatte die Polizei darum gebeten, keine ungesicherten Meldungen zur Tat sowie zum mutmaßlichen Täter, zu dem Opfer oder den Örtlichkeiten in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Wer die Bilder oder Namen von real existierenden Personen ohne deren Zustimmung veröffentliche, mache sich strafbar. Hintergrund war demnach, dass «Fahndungsaufrufe» in sozialen Medien kursierten, die keine tatsächlich tatverdächtige Person zeigten, und dass diese Aufrufe nicht mit der Polizei abgestimmt und nicht autorisiert worden seien.

Die Polizei steht nach eigener Aussage mit der Schulleitung und einem eingerichteten Krisenteam in Kontakt. Nach dem Vorfall gingen viele Anrufe von besorgten Eltern ein, wie ein Sprecher berichtete. Inzwischen habe sich die Aufregung wieder etwas gelegt. 

«Wir stehen hinter dir»

Der Vorfall hat in sozialen Netzwerken einiges an Aufsehen erregt. So hat eine Gruppe junger Menschen ein Video am Deutschen Eck in Koblenz aufgenommen und dem Mädchen ihre Unterstützung ausgesprochen. Ihre Botschaft ist: «Wir stehen hinter dir.» Auf der Plattform GoFundMe wurde ein Spendenaufruf für rechtlichen Beistand veröffentlicht, dort wurden derzeit knapp 5.500 Euro gesammelt. Auch ein Sportverein aus der Stadt hatte angekündigt, mit den Einnahmen eines Heimspiels Spenden für die Familie zu sammeln.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-76407/2
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