Denn die Münchnerinnen wollten den Titel unbedingt an diesem Mittwochabend in Berlin-Köpenick klarmachen und sich für den Angriff aufs Triple weiter rüsten. «Das kann uns nur guttun, dass wir jetzt wirklich Rückenwind mitnehmen und den ersten Titel der Saison eingefahren haben», sagte Gwinn vor dem Duell mit Barcelona, das fast zeitgleich ebenfalls den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn feierte dank eines 4:1 im Stadtduell mit Espanyol.
Der elfte Titel insgesamt, der siebte in Serie. Auch hier nur eine Fiesta light. «Verantwortlich für die zurückhaltende Feier war der FC Bayern München», schrieb Spaniens «Mundo deportivo».
Zahlen, die beeindrucken: 116:7 Tore
Die nationale Dominanz beider Teams ist erdrückend. Barcelona gewann 25 seiner 26 Partien, eine ging verloren. 116:7 lautet die Torbilanz. Der Vorsprung auf Platz zwei - Real Madrid - beträgt 16 Punkte. Und: Die Katalaninnen hatten den Bayern zum Auftakt der Königsklassen-Saison eine deftige 1:7-Niederlage beigebracht.
Die Münchnerinnen kassierten noch gar keine Niederlage in der Liga, mit 19 Siegen nacheinander hübschten sie den Vereinsrekord auf. 84:8 Tore, 15 Punkte mehr als der VfL Wolfsburg auf Platz zwei - dem Gegner im DFB-Pokalfinale am 14. Mai.
Viele Gründe zum Feiern hätten sie beim FC Bayern, einige mehr sprechen - noch - dagegen. Die Männer wurden am Sonntag vorzeitig Meister, zogen am Mittwochabend dann ins DFB-Pokalfinale ein und wahrten somit ebenfalls alle Chancen auf das Triple. Grüße gab's vorher noch aus Berlin von den neuen Meisterinnen. Und viel Lob von den Vereinsbossen für die Bayern-Frauen.
Bühl: Hungrig nach allem Möglichem
Vereinspräsident Herbert Hainer nannte die vierte deutsche Meisterschaft in Serie «die nächste historische Großtat». Er kündigte an, dass er am Samstag zu den Bayern-Frauen gegen Barcelona ins Stadion gehe statt zu den Männern nach Mainz.
Den FC Bayern zeichne es schon immer aus, dass er im Erfolg nicht nachlasse – «das gilt auch im Frauenfußball», betonte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen. Voll verinnerlicht hat das auch Bühl, die seit dem Sommer 2020 beim FC Bayern spielt.
«Ich glaube, wir sind tatsächlich sehr, sehr damit gut gefahren, dass wir auf unsere Konstanz setzen, dass wir einfach schauen, unsere Leistung immer wieder zu bringen, dass wir uns gegenseitig auch im Training fordern, in den Spielen fordern», erzählte Bühl. Es mache einen so hungrig nach allem Möglichem und man glaube daran, dass man alles erreichen könne.
Jens Marx, dpa
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